Grundsätzlich stand an der MV der SP Winterthur diese Woche neben den statutarischen Wahlen die Parolenfassung zu drei Vorlagen auf der Traktandenliste, die an sich unspektakulär tönen, jedoch Zündstoff bargen. Vor allem die Vorlage für eine Erneuerung des Campingplatzes Schützenweiher weckte Emotionen und sorgte für einen Grossaufmarsch der Juso. Umstritten war die Vorlage, weil mit der Erneuerung des Platzes die Möglichkeit einer Dauermiete wegfallen und gleichzeitig eine alternative Wohnsiedlung verdrängt würde. Verbunden mit der Erneuerung sollte auch der Platz für Fahrende ausgebaut werden. Gegen die Campingplatzerneuerung hatten AL und eine entsprechende Interessengemeinschaft das Referendum ergriffen. Eine Mehrheit der Fraktion unterstützt die Vorlage, wie Selim Gfeller als Fraktionsvertreter betonte. Der Sanierungsbedarf des Platzes sei gross, aber mit der Erneuerung sei eine Dauermiete aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich. Die Gegenposition vertrat Roman Hugentobler, Stadtparlamentarier der AL, der insbesondere auch die geplante Zusammenarbeit mit dem TCS und die Verdrängung der alternativen Wohnform kritisierte. Nach einer längeren Diskussion entschied die MV schliesslich Stimmfreigabe und für ein Ja zur damit verbundenen Vorlage zur Aufwertung des Schützenweihers und der Verlegung einer Strasse. Die Stimmfreigabe sei eine ehrliche Parole, hielt Franziska Tschirky, Co-Präsidentin der SP Winterthur fest. «Die Diskussion zu beiden Vorlagen hat deutlich gezeigt, dass der Mangel an günstigem und alternativem Wohnraum ein ungelöstes Problem bleibt.» Die SP Winterthur werde nicht lockerlassen, bis sich das ändere. Eine klare Ja-Parole beschloss die SP zum Ausbau der Abwasserreinigungsanlage.
Schliesslich wurden auch die statutarischen Geschäfte der Jahres-Mitgliederversammlung behandelt. Für den zurücktretenden Markus Steiner wurde neu Stadtparlamentarier Philippe Weber in das Co-Präsidium mit Franziska Tschirky gewählt. Einstimmig bestätigt wurden die weiteren Mitglieder der Geschäftsleitung : Luca Tschan, Verena Störi, Cristina Brunel, Jan Schellenberg, Michael Stampfli und Roman Rütsche. Tschirky betonte, dass es nach der verlorenen Stadtpräsidiumswahl darum gehe, die Kräfte zu bündeln und dass die SP-Politik breiter vermittelt werden müsse. Philippe Weber will vor allem auch die Mitglieder stärker einbinden und die Ortsgruppen stärken.
Siehe auch: www.pszeitung.ch/abschied-vom-kleinbuerger-arbeiterparadies/
Und: www.pszeitung.ch/es-braucht-mehr-niederschwellige-angebote-um-den-einstieg-zu-erleichtern/
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