Artikel, p.s. Zeitung

Widerstand!

Der 1. Mai in Zürich steht dieses Jahr im Zeichen der Blockade: «Blocchiamo tutto!» – wir blockieren alles, steht auf der Zeitung in den Briefkästen, auf gekleisterten Plakaten, auf geklebten Stickern. Aber wie gelingt die Blockade? Wie gelingt es, sich kollektiv gegen autoritäre Strömungen in der Gesellschaft, gegen den Verlust der Lebensqualität im Stadtraum, gegen prekäre Arbeitsbedingungen, gegen systemische Ungerechtigkeit oder gegen die Übersteuerung dessen, was die Bevölkerung demokratisch beschliesst, zu wehren?

Mit solchen und weiteren Fragen beschäftigen wir uns dieses Jahr in der 1. Mai-Beilage des P.S., der letzten linken Lokalzeitung Zürichs – anhand des Fokusthemas «Widerstand». Unsere Journalist:innen haben sich dafür umgesehen. An den Hauswänden vor unsern Türen, in der Geschichte der Zürcher Arbeiter:innenquartiere, aber auch über die Grenzen des Kantons und der Schweiz hinweg bis ins Dreiländereck bei Basel.

Wem ist eigentlich zu danken, dass die Zürcher Innenstadt nicht vollständig aus vielspurigen autoexklusiven Verkehrsachsen zusammengesetzt ist? Dass das Zürcher Ypsilon nie realisiert wurde? Und warum hat Filippo Leutenegger eigentlich mal eine Strasse à la Klimakleber blockiert? 
Hannes Lindenmeyer mit Lokalgeschichte über die aktivistische Eroberung des Strassenraums.

Wie verhindern wir, dass die «Technologieoffenen» uns entgegen dem AKW-Neubauverbot, das wir beschlossen haben, neue Atomkraftwerke in die Region lobbyieren? 
Nicole Soland berichtet über den trinationalen Widerstand sowohl gegen neue wie auch gegen unsere Uralt-Atomkraftwerke.

Wie gehen wir vor, wenn Europa im Asylwesen einen Pfad einschlägt, auf dem die Rechte geflüchteter Menschen systematisch eingeschränkt werden? Wie gehen wir damit um, dass eine mögliche Zukunft eine solche ist, in der wir zurückschauen und uns fragen, wie wir das zulassen konnten? 
Juristin Lara Hoeft von Pikett Asyl spricht mit Tim Haag über die grösste Reform des europäischen Asylrechts.

Wie forcieren wir Verbesserungen im Bereich der Care-Arbeit, der bezahlten und der unbezahlten, wenn jede demokratisch beschlossene Verbesserung verwässert wird oder versandet? Wie würdigen wir die 10 000 Millionen Stunden Care-Arbeit, die in der Schweiz jährlich unbezahlt geleistet werden? Und ist ein Streik denkbar? 
Sergio Scagliola hat sich mit dem Care-Streik 2027 befasst. Und damit, was es zum Streik braucht.

Wir wünschen gute Lektüre und gute Blockade!

Der Beitrag Widerstand! erschien zuerst auf P.S..

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